Mehrwert durch Doppeldeckung
Fachtechnik

Dachsanierung in Altdeutscher Doppeldeckung mit Fredeburger Schiefer®.
Ausführung: Balkenhol Bedachungen GmbH, Bestwig.
Die Altdeutsche Deckung kann als Einfachdeckung oder Doppeldeckung ausgeführt werden. Der Unterschied liegt in der Höhenüberdeckung der Decksteine; formal sind beide Deckungsarten ähnlich. Einfachdeckung ist die wirtschaftliche Standardausführung.
Da bei der Doppeldeckung die Decksteine im Bereich der Höhenüberdeckung mehrfach aufeinander liegen, wird mit dieser Deckungsart ein besonders stabiles und funktionsbeständiges Schieferdach erzielt. Eine Doppeldeckung bietet innerhalb der Dachfläche besonders bei kritischer Dachneigung und frontal angreifendem Schlagregen mehr Sicherheit, da die große Höhenüberdeckung rückstauendes Wasser oder kapillar aufsteigende Nässe besser verkraftet. Schließlich ist zu bedenken, dass bei Doppeldeckung ein defekter Deckstein nicht unbedingt eine durchgängige, sofort wasserdurchlässige Leckstelle hinterlässt. Dies ist bei flachgeneigten oder verschachtelten Dächern sowie bei ungünstigem Betrachtungsabstand insofern ein Vorteil, als ein defekter Stein nicht sogleich bemerkt wird.

Die Fußgebinde sowie die Ort-, Grat- und Firstdeckung entsprechen denen einer
Einfachdeckung.
Bei den von Regen, Schnee und Temperaturextremen strapazierten Dächern des Sauerlandes war Altdeutsche Doppeldeckung in Rechts- und Linksdeckung die obligatorische Regelausführung.
Anwendungstechnik und Details der Altdeutschen Doppeldeckung sind in der vom Dachdeckerhandwerk herausgegebenen „Fachregel für Dachdeckungen mit Schiefer“ geregelt.
Bei der Altdeutschen Doppeldeckung muss eine normal beanspruchte Dachfläche mindestens 22° Neigung haben. Bei weniger Dachneigung ist ein Unterdach erforderlich. Auf den ersten Blick scheint es sonderbar, dass der Doppeldeckung eine nur um 3° geringere Regeldachneigung als der Einfachdeckung zugestanden wird. Es ist aber zu bedenken, dass Dachränder, Dachfenster und Dachhaken sowie die in der Wasserebene liegenden Blechanschlüsse wie bei Einfachdeckung gedeckt werden.
Bei der Altdeutschen Doppeldeckung wird jedes Deckgebinde vom übernächsten mindestens 20 mm überdeckt. Die Deckgebindehöhe ist somit
Um praktikable Deckgebindehöhen zu erreichen, sind bei Doppeldeckung hohe Decksteine erforderlich. Eine Deckgebindehöhe von 15 cm erfordert bereits 32 cm hohe Decksteine; im Vergleich zu etwa 21 cm hohen Decksteinen bei Altdeutscher Einfachdeckung im normalen Hieb.
Die formatbedingte Seitenüberdeckung der Decksteine für Doppeldeckung entspricht in etwa der eines normalen Hiebes von Decksteinen für Einfachdeckung, entsprechend einem Brustwinkel von 74° und einem Rückenwinkel von 125°.
Decksteine für Doppeldeckung werden zweckmäßig mit einem innerhalb der Höhenüberdeckung weniger abgerundeten Rücken zugerichtet, damit sich die Decksteinspitzen des nächsten Deckgebindes schlüssig an den Decksteinrücken anlegen.
Auch bei Doppeldeckung werden die Decksteine mit durchhängender und etwas versetzter Ferse gedeckt. Alle Decksteine werden mit drei Schiefernägeln befestigt. Das Brustnagelloch ist etwa 50 mm über der Deckgebindelinie platziert.
Die Dachränder (Fuß, Ort, Grat, First) sowie die jeweils direkt über den Fußgebinden liegenden Decksteine werden nicht in Doppeldeckung, sondern in Einfachdeckung (mit größtmöglicher Überdeckung) gedeckt. Die Höhenüberdeckung der Fuß- und Gebindesteine muss mindestens die halbe Gebindehöhe des darüber liegenden Decksteingebindes plus 20 mm betragen. Die in der Fachregel bestimmte Mindestüberdeckung darf nicht unterschritten werden.
Das Firstgebinde muss die Ausspitzgebinde 100 mm überdecken. Hauptkehlen sollten bei der Altdeutschen Doppeldeckung konsequenterweise ebenfalls mit überdoppelter Höhenüberdeckung gedeckt werden.