Das Rathaus in Werdohl
Werdohl liegt in Nordrhein-Westfalen, im Osten des Märkischen Sauerlandes; die Stadt gehört zum Märkischen Kreis.

Ansicht des Rathauses vom Lenneufer aus
Die Lenne ist ein Iandschaftsprägender Fluss des Sauerlandes, Während im oberen Teil des Lennetales Holz und Schiefer Tradition haben, konnten sich weiter unten, zwischen Plettenberg und Altena, zu Beginn des Industriezeitalters mittelständische Industriebetriebe etablieren. Begünstigt wurde dies durch die Wasserkraft der Lenne und das in der Region seit dem 14. Jahrhundert oberirdisch gewonnene weiche Osemundeisen, das sich besonders zur Herstellung von Bandeisen, Draht und Kleinteilen eignete. Auch die Stadt Werdohl ist aus der im unteren Lennetal etablierten Kleineisenindustrie hervorgegangen.

Giebelwand mit Schieferdeckung
Werdohl verfügt über mehrere sakrale und profane Bauwerke; eines davon ist das nur wenige Meter vom Lenneufer entfernte Rathaus. Das 1910 umgebaute Amtshaus ist ein zweigeschossiges neubarockes Bruchsteingebäude mit Werksteingliederung. Der imposante Bau ist durch einen Verbindungsgang mit einem 1975 entstandenen Neubau verbunden. Der unter Denkmalschutz stehende Repräisentationsbau hat ein auffallend gegliedertes, mit Schiefer gedecktes Mansarddach. Das mächtige Dach war vor einigen Jahren reparaturbedürftig. Mehrere Schiefer waren defekt sowie Teile der Dachschalung und Tragwerkhölzer, besonders über den flachgeneigten Aufschieblingen der steilen Mansardflächen, angefault. In- zwischen wurde das Dach in mehreren Bauabschnitten durch die Firma Mock, Schmallenberg, mit Fredeburger Schiefer® saniert, Erreicht wurde eine bei allen Bauabschnitten im Detail optisch gleiche Ausführung.

Eingehend angekehlte Feldermausgauben
Nach dem Abriss der Altdeckung mussten zunächst die Holzarbeiten erledigt, zum Beispiel defekte Fledermausgauben neu gezimmert werden. Die Schalung wurde durch eine regensichere /ordeckung aus lose uberlappenden diffusionsoffenen Schalungsbahnen, Sd-Wert ca. 0,02 m geschützt. Nach Fertigstellung der Schieferdeckung verhindert die /ordeckung das Einwehen von Schnee und Staub nach innen; gleichzeitig ermöglichen die wasserdampfdurchIässigen Schalungsbahnen das Auswendern der Raumluftfeuchte nach außen.

Eingehend angekehlte Feldermausgauben
Zeitgleich mit diesen Arbeiten wurde zwischen den im Dachgeschoss zugänglichen Sparren eine mineralische Wärmedämmung eingebaut. Durch Aufdoppelung der Sparren mit DachIatten 4 x 6 cm konnte eine Dämmstoffdicke von 16 cm realisiert werden.
Auf der Raumseite der Wärmedämmung wurden Dampfsperrbahnen verlegt und deren Überlappungen und Anschlüsse an Bauteile mit werkstoffverträglichen Klebebändern luftdicht verklebt. Die neue Schieferdeckung ist eine Altdeutsche Deckung aus Decksteingrößen Achtel bis Sechzehntel. Im Gegensatz zur vorherigen Dachdeckung haben jetzt alle Dachflächen einem Schneefang Iängs der Dachrinne. Dieser schützt die Verkehrswege vor dem Gebäude, außerdem die Schieferdeckung über den flachgeneigten Aufschieblingen der tiefer liegenden Mansardflächen vor abstürzenden Eisschollen und somit vor Leckstellen.

Ostseite des Emsembles mit eingehend angekehlter Schleppaube
Das stark gegliederte Dach hat lange, mit Kehlsteinen als rechte oder linke Kehlen gedeckte Hauptkehlen. Die bei der vorherigen Deckung ausgehehd angekehlten Fledermausgauben erhielten jetzt eine mehr Sicherheit bietende eingehende Ankehlung und einen mit Firststeinen gedeckten Gaubenscheitel. Die eingehende Deckung des Gaubenscheitels bereitet keine Probleme; die konvexe Wölbung des Gaubendaches ist sozusagen das Gegenstück eines konkav ausgerundeten Kehlwinkels.