Fassade / Althaussanierung

Neue Schieferfassaden für bergisches Baudenkmal

Bergisches Bürgerhaus (1884/85) im Stil des Historismus. Die Schieferfassaden wurden mit MaSpana-Schiefer® erneuert.
Das Bergische Land liegt in Nordrhein- Westfalen, im Grenzbereich zum Rheinland. Es erstreckt sich von der Ruhr im Norden bis zur Sieg im Süden, von der niederrheinischen Tiefebene im Westen bis zum Sauerland im Osten. Die größten Städte sind Wuppertal, Solingen und Remscheid.

Das Bergische Land ist nach dem Harz das regenreichste Gebiet Deutschlands. Das vom Rhein aus ansteigende Bergland bewirkt den Auftrieb der von Westen aufkommenden feuchtwarmen Luftströmungen und ergiebige Niederschläge. Die jährliche Niederschlags- menge ist im östlichen Landesteil doppelt so hoch wie in der Rheinebene - einer von mehreren Gründen für die einst an bergischen Bürgerhäusern obligatorische Außenwandbekleidung mit Schiefer, regional auch Wandbeschlag genannt.
Bergisches Bürgerhaus (1884/85) im Stil des Historismus. Die Schieferfassaden wurden mit MaSpana-Schiefer® erneuert.
Eine baugeschichtliche Dominante des Bergischen Landes sind die zwischen 1720 und 1840 im Villenstil entstandenen Bürgerhäuser. Die meisten entstanden in jener Zeit, als sich Barock- und Rokokostil im Lande verbreiteten und dabei französische und niederländische Einflüsse auch auf die Fassadengestaltung des Bürgerhauses einwirkten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte steigender Wohlstand und Brandschutzverordnungen zur Bekleidung der Fachwerkwände mit Schiefer. Die Schieferfassade des bergischen Hauses entwickelte sich zu einem Grundelement des bergischen Rokoko. Sie hatte ihren eigenen Stil. Regionaltypisch waren z.B. die zwischen den Fenstern mit Strackortsteinen oder künstlerisch zugerichteten Schieferschablonen gedeckten Wandfelder. Während ursprünglich die Altdeutsche Deckung dominierte, fanden nach Einführung der Schieferschere auch unterschiedlich zugeschnittene Schieferschablonen Zuspruch. Oft wurden an derselben Wand unterschiedliche Muster gedeckt. Auch Wandbekleidungen mit Rechtecken oder aus Rechtecken im breiten Weg zugerichtete Decksteine waren üblich. Den Kontrast zu den anfangs blaugrauen Schieferfassaden, bilden die weiß gestrichenen Gesimse und Fenster mit hölzernen Rahmungen sowie die grün gestrichenen Fensterläden. Schiefer aus dem Sauerland wurde bereits Anfang des achtzehnten Jahrhunderts in das Bergische Land eingeführt.
Bergisches Bürgerhaus (1884/85) im Stil des Historismus. Die Schieferfassaden wurden mit MaSpana-Schiefer® erneuert.
Dieses Bürgerhaus in bergischer Baukultur steht an einer Ausfallstraße von Remscheid. Das zweigeschossige Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach entstand 1884/85 im Stil des Historismus. Die Architektur dieses Gebäudes dokumentiert den städtischen Anspruch des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts. Stilelemente aus verschiedenen Epochen sind z.B. das dem Barock nachempfundene Karnies am Mansardknick sowie ein unterhalb des Daches aufwändig gestaltetes umlaufendes Gesims mit Kassetten und Zahnfries. Vier symmetrisch angeordnete Fensterachsen gliedern die Hausfront. Die Fenster sind durch profilierte Rahmungen betont.

Das auf einem Natursteinsockel errichtete Fachwerkhaus war allseitig verschiefert. Die Schieferfassade bestand aus unterschiedlichen Steinformaten und war auf einer nicht hinterlüfteten Fichtenschalung verlegt. Die Gewinnungsstätte des Schiefers konnte nicht festgestellt werden.
Befund der Altfassade.
Im Jahre 2004 wurde die vermutlich mehr als einhundert Jahre alte Schieferfassade erneuert. Der Befund der Schieferfassaden wurde fotografisch dokumentiert. Der alte Wandbeschlag wurde abgenommen, die Holzschalung ausgebessert, nachgenagelt und mit Schalungsbahnen vorgedeckt.

Die neue Schieferbekleidung wurde nach Befund der Altfassade mit unterschiedlichen Schieferformaten, diesmal aus spanischem MaSpana- Schiefer® ausgeführt. Die Straßenfront des Hauses erhielt wieder eine Bekleidung aus spitzformatigen Rechtecken 35/20 cm in Doppeldeckung, die übrigen Wandflächen eine Bekleidung aus Schuppen 24 x 19 cm in Rechts- bzw. Linksdeckung. Die Ausbildung der Gebäudeecken erfolgte durch Metallwinkel mit Umschlag und Überstand der Ortdeckung.
Schuppendeckung mit umlaufender Ornamentkette aus unterschiedlichen Schieferformaten.
Unterhalb der Fenster des ersten Obergeschosses wurde wieder ein umlaufendes Bandornament gedeckt. Dies entspricht hinsichtlich Gestaltung, Steinformate und Überdeckungen der fotografischen Befundsicherung. Für die farbige Gestaltung des Bandornamentes wurden Spitzwinkelschablonen aus MaSpana-Farbschiefer® verwendet.
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