Das neue Wohnheim des Bildungszentrums in Eslohe erhielt eine architekturwirksame Außenwandbekleidung.
Umbau und Modernisierung

Wohnheim der Lorenz-Burmann-Schule in Eslohe
Das Gesetz zur Ordnung des Handwerks vom September 1998 genehmigt eingetragenen Betrieben des Dachdeckerhandwerks, technisch oder fachlich mit dem Leistungsangebot ihres Betriebes zusammenhängende Bauleistungen, z.B. Dachdeckerarbeiten, Zimmerarbeiten und Bauklempnerarbeiten, als Komplettlösung anzubieten und auszuführen. Zielvorgaben dieser handwerksrechtlichen Regulierung sind z.B. die effiziente Koordinierung der Bauleistungen vor Ort sowie rechtssichere und fachlich optimierte Leistungspakete aus einer Hand.
Durch das erheblich erweiterte Berufsbild sind Dachdeckerbetriebe und ihre Mitarbeiter gefordert, dem Zuwachs an neuen Technologien, Produkten und Anwendungstechniken durch eine umfassende, kontinuierliche Weiterbildung zu entsprechen. Berufsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen in den Lernbereichen Fachtechnik, Betriebswirtschaft und Unternehmensführung im Dachdeckerhandwerk werden durch das Berufskolleg und Bildungszentrum der Lorenz-Burmann-Schule in Eslohe angeboten.
Insgesamt 1400 Auszubildende und Studierende nutzten 2009 die Bildungseinrichtungen der Schule.

Architektur des Wohnheims
Ein neues Wohnheim. Im Jahr 2007 erwarb das Bildungszentrum der Lorenz-Burmann-Schule eine 12500 m2 große Liegenschaft der Handwerkskammer Südwestfalen. Das Gelände am Standort Eslohe war unter anderem mit einem Wohnheim bebaut. Die für die Umnutzung der Liegenschaft erforderlichen Baumaßnahmen wurden durch das Bundesinstitut für Berufsbildung sowie durch das Land NRW öffentlich gefördert.
Die umfangreiche Sanierung des 1981 erbauten Wohnheims umfasste unter anderem den baulichen Brandschutz sowie die Neudeckung des Daches mit einer Doppelstehfalzdeckung aus vorbewittertem Titanzink und die Überarbeitung der Gebäudehülle. Die zum Teil mit Faserzementplatten oder Wärmedämmputz versehenen Außenwände wurden durch eine neue Schieferbekleidung modern und optisch homogen gestaltet.
Das in den siebziger Jahren entstandene Gebäude hat Außenwände aus Ziegelmauerwerk und erdgeschossig einen weißen Wärmedämmputz. Die darüber befindlichen Geschosse hatten bis zur Totalsanierung 2009 eine hinterlüftete Außenwandbekleidung, bestehend aus Konterlatten, waagerechter Traglattung und einer Doppeldeckung aus asbestfreien Rechtecken 40 x 20 cm. Zwischen den Konterlatten war eine Mineralfaserdämmung eingebaut.

Schieferfassade mit vorgesetzter
Fluchttreppe.
Die Dächer waren eine belüftete Konstruktion. Auf der Stahlbetondecke lag eine papierkaschierte Mineralfaserdämmung in einer der damaligen WSVO entsprechenden Dicke von 2 cm sowie ein 5 cm dicker Estrich. Die Dachdeckung bestand aus einer asbestfreien, grünen Rechteckdoppeldeckung der Steingröße 40 x 20 cm.
Konturen und Kontraste. Bei der 2009 durchgeführten Sanierung der Gebäudehülle wurde zunächst die vorhandene Fassadenbekleidung abgetragen und ein Lattensystem aus senkrechter und waagerechter Lattung im Abstand der Dämmstoffbreite angebracht. Dabei mussten z.B. die über dem Erdgeschoss um Putzdicke vorspringenden Wandflächen durch passende Konterlatten zu einer Ebene egalisiert werden.
Zwischen den senkrechten und waagerechten Latten wurde eine zweilagige energieeffiziente Fassadendämmung von insgesamt etwa 110 mm Dicke erreicht.

ruhige Konturierung der Schieferfassade
Auf der waagerechten Lattung wurden Konterlatten senkrecht verlegt. Die an die Außenluft angeschlossenen freien Lattenfelder ermöglichen eine aktive Luftströmung zur Hinterlüftung der Schieferbekleidung. Auf der Konterlattung ist im Abstand von 22 cm die waagerechte Traglattung der Schiefer befestigt.
Die lebhafte Architektur des langgestreckten, in den Bauhöhen, Wandebenen und Dachkanten stark differenzierten Gebäudes erhielt eine Außenwandbekleidung aus spanischem MaSpana® Schiefer. Die dunkle Schieferfassade und die weißen Teilflächen mit Wärmedämmputz entsprechen der sauerländischen schwarz-weißen Fachwerkarchitektur und dem Ortsbild der Gemeinde Eslohe.

Die vollkantigen Rechtecke 50 x 25 cm sind auf Latten verlegt und mit Klammerhaken befestigt.
Die Schieferfassade ist eine an der waagerechten Traglattung mit Klammern befestigte Rechteckdoppeldeckung. Durch Rechtecke der Größe 50 x 25 cm und Verzicht auf einen runden oder kantigen Eckenschnitt wurde eine ruhige Konturierung der Schieferfassade angestrebt. Die Rechtecke sind in 22 cm hohen Gebinden im herkömmlichen Halbverband verlegt. Für die Anschlüsse an Fenster und Wandecken wurden Eckprofile aus Titanzink gekantet und zum Ausgleich der Deckbreite erforderlichenfalls breitere Ortsteine verwendet.
Einen architekturwirksamen Kontrast zur blaugrauen Schieferfassade bilden die mit grauen Faserzementstreifen umrandeten Fenster und die zwischen den Fenstern mit großformatigen, roten Fassadentafeln aus Faserzement bekleideten Wandfelder. Die dekorativ wirkenden Elementfugen sind hinterlegt, die Fassadentafeln sichtbar verschraubt.

Das neue Wohnheim hat eine hinterlüftete Außenwandbekleidung aus MaSpana® Schiefer in Rechteckdoppeldeckung.
Fazit. Die etwa 1200 m2 umfassenden Außenwände des neuen Wohnheims der Lorenz-Burmann-Schule in Eslohe bekamen eine energieeffiziente Wärmedämmung sowie eine hinterlüftete Außenwandbekleidung aus spanischem MaSpana® Schiefer und dekorativen Wandelementen aus Faserzement. In der Summe betrachtet sind Planung und Ausführung der stark gegliederten Außenwände eine respektable handwerkliche Bauleistung.