Umbau

Dachumbau mit Schuppendeckung

Schuppendeckung aus MaSpana-Schiefer®. Die Stirnfläche der Gaube ist mit Wesersandstein verblendet.
Das ursprünglich mit Dachziegeln gedeckte Wohnhaus wurde 2005 durch individuell gestaltete Gauben und eine schöne Schieferdeckung aus spanischem MaSpana-Schiefer® architekturwirksam verändert. Für die Deckung der Hauptdachfläche wurden Schuppen der Größe 30 x 25 cm; für die gewölbten Gaubendächer und geschweiften Wangen kleinere Schiefer verwendet.

Die Gauben haben die Form einer Fledermausgaube. Solche Gauben werden wegen ihrer harmonischen Übergänge auch bei heutigen Bauvorhaben gern angewendet, oft werden aber dabei die für Schieferdeckung erforderlichen Proportionen übersehen. Soll eine Fledermausgaube den heutigen Ansprüchen an die Behaglichkeit der Dachgeschosswohnungen entsprechen, müssen baurechtlich relevante Planungskriterien und Fachregeln beachtet werden, zum Beispiel die Größe und Durchblickhöhe der Gaubenfenster, die Brüstungshöhe und die Höhe der Gaubendecke über Oberkante Fußboden. Schließlich bestimmen die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks die Rahmenbedingungen, zum Beispiel die Mindestneigung des Gaubenscheitels von 25˚.
Schuppendeckung aus MaSpana-Schiefer®. Die Stirnfläche der Gaube ist mit Wesersandstein verblendet.
Fledermausgauben können bei Schieferdeckung unterschiedlich eingedeckt werden. Bei stärkerer Wölbung des Gaubensattels wird meistens die eingehende Ankehlung bevorzugt. Dabei werden die Kehlgebinde beiderseits der Wangen auf der Hauptdachfläche angesetzt und an die Gauben-Scheitellinie herangeführt.

Mehr Übersicht, Einteilung, Schnürung und Maßarbeit ist bei der ausgehenden Ankehlung angesagt. Die Gebinde beginnen am Stirnrahmen bzw. bei fortschreitender Arbeit an der Gauben-Scheitellinie. Auf der Hauptdachfläche werden die Kehlgebinde wie bei einer rechten oder linken Hauptkehle an die Deckgebinde angeschlossen.

Die Kehlschalung besteht aus einem etwa 15 cm breiten Kehlbrett und Dreikantleisten; sie wird in kurzen Längen mit schlüssigen Schmiegen, der Kehllinie folgend, angebracht. Der erste Kehlstein der ausgehenden Kehlgebinde deckt etwas auf der gaubenseitigen Dreikantleiste. Die Rücken der Kehlsteine müssen dem Verlauf der Kehllinie entsprechen; der Kehlanschlussbereich darf nicht zu weit auf die Dachfläche auswandern. Ein Problem der ausgehenden Ankehlung ist das Überführen der Deckgebinde über die konvexe Wölbung der Gaubenwangen in Richtung Hauptdachfläche. Im gesamten Bereich der Gaubenwölbung und -schweifung darf die Brust der Decksteine nicht durch Nagellöcher oder Absplitterungen beeinträchtigt werden.
Die Gaubenwangen sind durch ausgehende Kehlen unregelmäßig an die Hauptdachfläche angeschlossen.
Die Hauptkehlen dieses Hauses sind als eingebundene Schieferkehlen gedeckt, wie es in den Fachregeln des Dach- deckerhandwerks gefordert wird. Zitat: „Je nach Deckrichtung der Kehle und der Dachflächendeckung, in die die Kehle übergeht, sind die Kehlgebinde mit gleichmäßigem oder ungleichmäßigem Schwärmer, zwanglosem Kehlübergang oder mit Wasserstein und Schwärmer einzubinden.“

Der Fachbegriff "eingebunden" bedeutet, dass Kehlgebinde und Deckgebinde einen Verbund bilden. Dieser kann unterschiedlich hergestellt werden. Hier wurde die linke Hauptkehle mit Schwärmern von unterschiedlicher Größe unregelmäßig an die Kehlgebinde der Dachfläche links angeschlossen. Die Schwärmer haben die Funktion eines Schlusssteins; sie fallen entlang der Kehle unterschiedlich groß aus, wie auch die Anzahl der Kehlsteine in den Kehlgebinden unterschiedlich ist. Anwendungstechnisch hat der unregelmäßige Kehlverband den Vorteil, dass die Decksteingrößen beiderseits der Kehle unabhängig von der Kehlengeometrie gewählt werden können.
Die Gaubenwangen sind durch ausgehende Kehlen unregelmäßig an die Hauptdachfläche angeschlossen.
MaSpana Farbschiefer und Liebe zum Detail ermöglichten eine dekorative Bekleidung der Giebelortgänge und Frontflächen der Schornsteinköpfe aus von Hand zugerichteten Steinformaten. Die Stirnflächen der größeren Fledermausgauben sind mit ausgesuchtem Wesersandstein verblendet.

Fazit: Bei differenzierter Dachgestaltung ist im Planungsstadium eine objektspezifische Detaillierung und Ausschreibung notwendig. Fachregel: „Die besonderen Anforderungen der Deckung müssen bereits bei der Planung beachtet werden. Dies gilt insbesondere für das Verhältnis der Fensterhöhe zur Fensterbreite bei Fledermausgauben…“
Hauptkehlen müssen gemäß Fachregel „eingebunden“ werden. Diese Hauptkehle ist als unregelmäßig eingebundene linke Schwärmerkehle gedeckt. an die Kehlgebinde angeschlossen. Ausführung der Schieferdeckung: Böddicker Bedachungen, Brilon-Scharfenberg
Stehen unterschiedliche Schieferdeckungsarten zur Wahl, muss die bauseits gewünschte Ausführung in der Leistungsbeschreibung zum Angebot eindeutig formuliert werden, damit den Dachdeckerbetrieben eine einwandfreie Preisbildung möglich ist.
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