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Steildachsanierung klassisch-modern (01.03.2002)

DACHBAU-MAGAZIN
Mit dem „Haus der Unternehmer" in Duisburg haben die Unternehmen der Wirtschaftsregion Rhein-Ruhr eine erste Adresse für Tagungen und Veranstaltungen zu besonderen Anlässen.
Steildachsanierung klassisch-modern (01.03.2002)
Steildachsanierung klassisch-modern (01.03.2002)

Das Haus wurde vom Unternehmer- verband der Metallindustrie Ruhr- Niederrhein e. V. als Zentrum für Unternehmensdienstleistungen und Stätte der Begegnung gebaut. Erklärtes Ziel ist die nachhaltige Stärkung erfolgreicher Unternehmensentwicklungen. Das Duisburger „Haus der Unternehmer" fördert multimedial und mit besonderem Ambiente die unternehmerische Öffentlichkeitsarbeit, den gesellschaftlichen Diskurs und den unternehmerischen Dialog.

Für Sitzungen, Veranstaltungen und Gruppenarbeit stehen insgesamt zwanzig Räume unterschiedlichster Größe, moderner Ausstattung, Konferenztechnik sowie umfassende Serviceleistungen zur Verfügung. Das ausgedehnte Ambiente liegt im Ortsteil Wanheimerort. Die von einer gepflegten Gartenlandschaft umgebene Gebäudegruppe besteht aus dem Hauptgebäude mit Steildach und dazu kontrastierenden Bauten mit Flachdach.

Architekturdominante des an die Hauptverkehrsstraße angebundenen winkelförmigen Hauptgebäudes ist das einen mehrgeschossigen Dachraum umschließende Schieferdach. Die fast 50° geneigten Steildachflächen werden durch zahlreiche Gauben sowie einem an die Hauptdachfläche anschließenden Kegeldach und mehreren Hauptkehlen gegliedert. Das Gebäude erhielt vor einiger Zeit eine neue Schieferdeckung.

Daten und Fakten zur Schieferdeckung

Die Neudeckung des mehr als 1 000 m2 großen Daches erfolgte in altdeutscher Deckart mit Fredeburger Schiefer. Für die Vordeckung der zuvor nachgenagelten Dachschalung wurden bituminöse Schalungsbahnen mit Trägereinlage aus Polyestervlies und feinmineralischem Oberflächenschutz verwendet. Alle Dachflächen haben Rechtsdeckung. Die dafür verwendeten Decksteine sind im normalen Hieb zugerichtet und haben die Sortierungsgrößen der Achtel und Zwölftel. Die Grate haben eingebundene Anfang- und Endortgebinde, die Walmgauben sind in herkömmlicher Verfahrenstechnik durch Wangenkehlen sowie eingebundene rechte und linke Sattelkehlen an die Schieferdeckung der Hauptdachfläche angeschlossen. Die im Foto abgebildete Hauptkehle ist von Wassersteinen aus gedeckt und auf der Gegenseite mit Schwärmern eingebunden. Dieser Kehlverband wird bei Schieferdeckungen gern ausgeführt, da sich eine linke Kehle bei jeder für Schieferkehlen relevanten Dachneigung eignet, rationell auszuführen und optisch ansprechend ist. Ähnliches gilt auch für die seitliche Ankehlung der Gauben durch eingehende Wangenkehlen. Diese sind vielseitig anwendbar, wirtschaftlich herzustellen und nicht besonders ausbildungsintensiv. Die Dachflächen haben einen für Schieferdeckung vorteilhaften Neigungswinkel. Die Steildachneigung begünstigt die störungsfreie Entwässerung der Dachflächen und Kehlen sowie die Werkstoffbeständigkeit des Dachschiefers unter atmosphärischen Bedingungen. Der Betrachter erkennt die filigrane, schuppenförmige Fügung der unterschiedlich formatierten Schiefer und ahnt den mit dem Qualitätsanspruch einer Schieferdeckung verbundenen handwerklichen Aufwand. Schließlich vermittelt ein Steildach am besten den optischen Reiz des Natursteins „Schiefer" und seine bei unterschiedlicher Lichtintensität und wechselndem Lichteinfallwinkel naturgegebene nuancierte Farbe. In der Summe betrachtet wird die klassisch-moderne Architektur dieses Hauses durch die ebenfalls zeitlose Ausdrucksform der altdeutschen Schieferdeckung einvernehmlich konturiert.

BAUTAFEL
Dacharbeiten: Hermann Schulte, Schmallenberg
Fredeburger Dachschiefer: Schiefergruben Magog GmbH, Schmallenberg

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Schiefergruben
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